Das menschliche Auge.

Mit allen Sinnen das Leben genießen: Unser Auge ist ein komplex gebautes Sinnesorgan, ohne das kaum etwas im Leben vernünftig geht. Das Sehen findet dann aber im Gehirn statt. Das ist unser Sehsinn.

Bau und Funktion
  • Das Auge → ein kompliziert gebautes Lichtsinnesorgan
  • Ein Überblick ↓
    Bau
    des menschlichen Auges.

    Zum Vergrößern Grafik anklicken!
  • Bau und Funktion des menschlichen Auges ↓
    Bau Besonderheiten, Funktionen
    Lederhaut Schutz des Auges
    Aderhaut stoffliche Versorgung des Auges
    Netzhaut [Retina] mit Lichtsinneszellen
    • Aufgabe der Netzhaut → Aufnahme der Lichtreize und Umwandlung in Erregungen
    • Arten von Lichtsinneszellen ↓
      • Zapfen → Farbsehen, Scharfsehen [kürzer, dicker; im Zentrum der Netzhaut]
      • Stäbchen → Hell-Dunkel-Sehen, Dämmerungssehen [dünn, schmal, besonders lichtempfindlich, im Randbereich der Netzhaut]
      • in jedem Auge befinden sich 125 Millionen Stäbchen und 6 Millionen Zapfen
    Hornhaut Schutz, Lichtbrechung
    Regenbogenhaut [Iris] und Pupille Anpassung an unterschiedliche Lichtstärke [Adaptation] durch Verengung bzw. Erweiterung der Pupille zur Regulierung des Lichteinfalls [Details]
    Ziliarmuskel [Ziliarkörper] und Zonulafasern ringförmiger Ziliarmuskel mit Zonulafasern [Linsenbänder] zur Linsenbefestigung; Anpassung an unterschiedlich entfernte Gegenstände [Akkommodation; Details]
    Linse elastisch [nicht starr, Form veränderlich zur Anpassung an Entfernungen]; Lichtbrechung [Sammellinse]
    Brennweite zwischen Linsenmittelpunkt und Augenhintergrund: 0,017 m
    Augenkammern Gewährleistung Augeninnendruck; vordere und hintere Augenkammern
    Glaskörper Lichtbrechung; Augenformerhaltung
    Sehnerv Erregungsleitung zum Sehzentrum des Großhirns
    blinder Fleck Sehnerv-Austrittsstelle [keine Lichtsinneszellen vorhanden]
    gelber Fleck
    [Makula lutea]
    "Ort des schärfsten Sehens" [Sehen kann nur das Gehirn], da hier die Lichtsinneszellen am dichtesten stehen
  • Hilfs- und Schutzeinrichtungen des menschlichen Auges ↓
    Bau Besonderheiten, Funktionen
    Augenmuskeln Augenbewegungen
    Bindehaut, Schädelknochen [knöcherne Augenhöhle], Augenlid mit Wimpern, Augenbrauen verschiedene Schutzfunktionen
    Tränendrüsen und -kanälchen, Tränensack Schutzfunktion; Entfernung von Fremdkörpern und Befeuchten der Hornhaut; Tränendrüsen produzieren die Tränenflüssigkeit
Bildentstehung
  • Hinweis → man sieht nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn ...
  • Strahlengang und Bildentstehung im Überblick ↓

    Die Entstehung
    des Bildes im Sehzentrum unseres Gehirns.

    Zum Vergrößern Grafik anklicken!

  • Strahlengang → die Lichtstrahlen werden durch Hornhaut, besonders die Linse und den Glaskörper gebrochen - dadurch werden die Lichtsinneszellen in der Netzhaut gereizt
  • Eigenschaften des Bildes auf der Netzhaut → umgekehrt, verkleinert, reell [richtige Maßstäbe]
  • Entstehung des richtigen Bildes → die gereizten Lichtsinneszellen bilden Erregungen [gesteigerter Stoffwechsel], die über den Sehnerv zum Gehirn geleitet werden - erst hier entsteht das reale Bild, das wir sehen können [Bewusstwerden des Reizes; Wahrnehmung eines scharfen, farbigen Panorama-Bildes des Umwelt; Sehsinn]
  • Bildfrequenz → unser Gehirn nimmt ab ca. 14 bis 16 Bildern pro Sekunde aufeinanderfolgende Bilder als bewegte [aber noch nicht ruckelfreie] Szene wahr; daher ist als Bildfrequenz des normalen Kinofilms 24 Hz [also 24 Bilder je Sekunde] vereinbart
    ein Bussard kann bis zu 150 Bilder je Sekunde getrennt wahrnehmen
Pupillen-Adaptation
  • Prinzip → die Pupillenadaptation [kurz Adaptation] ist die Anpassung des Auges an unterschiedliche Lichtstärke durch Regelung der Pupillengröße
  • Muskeln der Regenbogenhaut → rund um die Pupille befinden sich Ringmuskeln, im Außenbereich der Iris strahlenförmig angeordnete Muskeln
  • Adaptation ↓ [strahlenförmige Muskeln nur teilweise eingezeichnet]
    Helligkeitsanpassung Dunkelheitsanpassung
    Bildentstehung Bildentstehung
    Pupille eng Pupille weit
    Ringmuskel [innen, hier türkis] der Regenbogenhaut angespannt Ringmuskel [innen, hier türkis] der Regenbogenhaut erschlafft
    strahlenförmige Muskeln [außen, hier hellgrün] der Regenbogenhaut erschlafft strahlenförmige Muskeln [außen, hier hellgrün] der Regenbogenhaut angespannt
Akkommodation
  • Prinzip → die Akkommodation ist die Anpassung des Auges an unterschiedliche Entfernung eines betrachteten Gegenstandes; dazu wird die Wölbung der flexiblen Linse verändert
  • Befestigung der Linse → die elastische Linse ist an den Zonulafasern befestigt, diese wiederum am Ringmuskel [rund um die Linse herum], dem Ziliarmuskel [Ziliarkörper]
  • Akkommodation ↓ [Linse von der Seite aus betrachtet, Zonulafasern nur teilweise eingezeichnet]
    Nahanpassung Fernanpassung
    Bildentstehung Bildentstehung
    Gegenstand nah Gegenstand entfernt
    Ringmuskel [Ziliarmuskel] angespannt Ringmuskel [Ziliarmuskel] erschlafft
    Linsenbänder [Zonulafasern] entspannt Linsenbänder [Zonulafasern] ziehen am Linsenrand
    Linsenform abgekugelt [gewölbt] Linsenform flach
  • Hinweis → da im Alter die Elastizität der Linse nachlässt, kann sich eine Brille erforderlich machen
Gesunderhaltung unserer Augen
  • Maßnahmen → sind z.B. ...
    • ausreichende Beleuchtung beim Ausführen von Tätigkeiten [möglichst ohne störende Schatten]
    • Tragen von Schutzbrillen bzw. Schutzschildern bei die Augen gefährdenden Tätigkeiten [z.B. Schleifen, Schweißen, Drehen, Umgang mit gefährlichen bzw. ätzenden Chemikalien wie Säuren oder Laugen]
    • Tragen von Sonnenbrillen bei zu grellem Licht
    • nicht direkt in sehr helle Lichtquellen sehen [z.B. Lichtblitz beim Schweißen]
    • Schutzbrille oder Schutzhelm beim Moped-/Motorradfahren [Augenschutz auch beim Radfahren nicht schlecht]
    • bei eingedrungenen Fremdkörpern nicht reiben; Arzt aufsuchen
    • u.a.
  • Erste Hilfe bei Augenverätzungen → Augen mit Wasser nachhaltig spülen [Betroffener sitzt oder liegt]; ein Helfer hält das Auge auf, der andere Helfer gießt Wasser in einem Gefäß aus ca. 10 cm Höhe vom inneren Außenwinkel nach außen über das Auge [gesundes Auge ggf. vor dem Wasser schützen]; dann Auge keimfrei abdecken, nun beide Augen zur Schonung und Ruhigstellung verbinden sowie sofort Rettungsdienst Notruf 112 anrufen, so dass ärztliche Behandlung ermöglicht wird
    Im Chemieunterricht oder im Labor Augendusche oder nutzen!
Sehfehler und Augenerkrankungen
  • ‹bersicht ↓
    Sehfehler, Krankheit Ursache[n] Korrektur, Hilfen
    Kurzsichtigkeit Augapfel zu lang; dadurch Unschärfe im Fernbereich Brille/Kontaktlinsen mit Zerstreuungslinsen oder Lasern der Hornhaut o.a. Operation
    Weitsichtigkeit [Übersichtigkeit] Augapfel zu kurz; dadurch Unschärfe im Nahbereich Brille/Kontaktlinsen mit Sammellinsen oder Operation
    Altersweitsichtigkeit Nachlassen der Elastizität der Linse mit zunehmendem Alter Brille/Kontaktlinsen mit Sammellinsen
    Schielen ungleich lange Augenmuskeln Brille mit abgedecktem Glas im Kleinkindalter bzw. Operation
    Grauer Star Trübung der Linse Operation [z.B. Kunststofflinse]
    Grüner Star
    [Glaukom]
    zu hoher Augeninnendruck [dadurch Netzhaut- und Sehnervschäden]

    Medikamente oder/und Operation [Gefahr der Erblindung]

    Netzhautablösung Ablösung der Netzhaut von versorgenden Schichten Laserbehandlungen bzw. andere Operationen [Gefahr der Erblindung]
    Makuladegeneration Verlust des der Funktion des versorgenden Gewebes am Gelben Fleck [Makula lutea] durch verschiedene Erkrankungen; führt zum Verlust der Sehkraft

    Medikamente und Operationen [Gefahr der Erblindung]

Unsere Sinne
  • ‹bersicht der wichtigsten Sinne des Menschen ↓
    Sinne Reizarten Sinneszellen, Ort der Reizaufnahme Energieformen Empfindungen
    Gehörsinn
    [Hörsinn, mehr]
    Schall [akustische Reize] Sinneszellen im Innenohr [Schnecke] Luftschwingungen [mechanische Energie] Wahrnehmen von Tonhöhen und Lautstärken
    Gesichtssinn [Sehsinn] Licht [optische Reize] Lichtsinneszellen in der Netzhaut des Auges Lichtenergie Hell- und Dunkel-unterscheidung, Bild-, Farben-, Bewegungs-, räumliches Sehen
    Geruchssinn chemische Stoffe [chemische Reize] Sinneszellen im Riechfeld der Nasenschleimhaut chemische Energie Unterscheiden von Geruchsqualitäten, z.B. brenzlig, würzig, faulig, fruchtig, blumig
    Geschmackssinn
    Geschmackssinneszellen
    chemische Stoffe [chemische Reize] Geschmacks-sinneszellen in Zunge und Gaumen chemische Energie Unterscheiden der Geschmacksqualitäten sauer, süß, salzig, bitter, umami
    Gleichgewichts-sinn Lage- und Bewegungs-änderungen des Körpers [mechanische Reize] Sinneszellen im Innenohr [Lagesinneszellen im Vorhof, Bewegungs-sinneszellen in den Bogengängen] mechanische Energie Feststellen der Lage des Körpers, der Körperhaltung und -bewegung
    Temperatur-sinn Wärme und Kälte [Temperatur-reize], z.T. Schmerzreize Sinneszellen und freie Nervenen-digungen in der äußeren Haut und in den Schleimhäuten thermische Energie Feststellen von Temperatur-unterschieden oder -veränderungen; Wärme- und Kälteempfindung
    Druck- und Berührungssinn [Tastsinn] Druck, Berührung [mechanische Reize], z.T. Schmerzreize Sinneszellen und freie Nervenen-digungen in der Haut und in den inneren Organen mechanische Energie Feststellen von Druck und Berührung
  • Quelle → Basiswissen Biologie, DUDEN Schulbuchverlag Berlin 2010, S. 162 [leicht verändert]
  • Nah- und Fernsinne → man unterscheidet Fernsinne [Gehör- und Sehsinn] und Fernsinne [alle anderen Sinne]
  • Körperempfindung → eine weitere Wahrnehmung [Sinn], die sich aus der Kombination verschiedener Sinne ergibt [Lagesinn, Kraftsinn, Bewegungssinn]; dabei nimmt man insbesondere Reize aus dem Körperinnern [Tiefensensibilität] und die Lage/Bewegung des Körpers im Raum wahr
  • Schmerzempfindung → komplexe subjektive Sinneswahrnehmung durch Reize [Warn- und Leitsignale] aus der Umgebung oder dem Körperinnern; rufen unangenehme oder unerträgliche Empfindungen hervor; Schmerzsinneszellen sind freie Nervenendigungen, die auf thermische, chemische und mechanische Reize ansprechen [den Schmerzsinn könnte man so auch in die Tabelle oben separat einordnen]
Hinweise und einige Fachbegriffe
  • konkav-konvex → Linse, bei der eine Seite konvex [hier unten], die andere konkav [hier oben] gekrümmt ist [auch Meniskus, im Falle der Sonnenkollektoren ein Hohlspiegel], z.B.
    Parabol-Spiegel
  • konvexe Linse → Sammellinse [beid- oder einseitig nach außen gewölbt; positiver Brechwert], z.B.
    Parabol-Spiegel
  • konkave Linse → Zerstreuungslinse [beid- oder einseitig nach innen eingedellt; negativer Brechwert], z.B.
    Parabol-Spiegel
  • Sinneszelle [Rezeptor] → Zellen, die zur Aufnahme bestimmter Reize spezialisiert sind; sie wandeln Reize in Erregungen um
  • Sinnesorgan → spezielle Organe, die bestimmte Reize aufnehmen; sie bestehen aus Sinneszellen, die von Hilfs- und Schutzeinrichtungen umgeben sein können
  • Erregung → bei Einwirkung von Reizen auf Sinneszellen antworten diese mit gesteigertem Stoffwechsel [= Erregung]; nur die Erregung [bioelektrische Impulse] kann über die Nerven weitergeleitet werden [nicht der Reiz]
  • Neuron → Nervenzelle
  • umami → Geschmacksrichtung herzhaft
Quellenangaben
  • Die Inhalte dieser Webseite wurden urheberrechtlich durch den Autor zusammengestellt und eigenes Wissen sowie Erfahrungen genutzt. Bilder und Grafiken sind ausschließlich selbst angefertigt.

  • Für die Gestaltung dieser Internetseite verwendeten wir zur Information, fachlichen Absicherung sowie Prüfung unserer Inhalte auch folgende Internetangebote: wikipedia.de, schuelerlexikon.de, seilnacht.com, darüber hinaus die Schroedel-Lehrbücher Erlebnis Biologie, Klassen 7 bis 10 [Ausgaben 2005, Sachsen] und Duden Basiswissen Biologie [2010], außerdem Erste Hilfe für Ersthelfer im Betrieb [DRK e.V. 2007].

  • Diese Seite ist auf Realschulniveau zusammengestellt, eignet sich aber auch für die Sek. I am Gymnasium.

  • Zitate oder Kopien sind entsprechend gekennzeichnet.

Hinweise

Falls Du diese Seite drucken willst, musst du vorher sämtliche Tabs öffnen, die Du ausgedruckt haben möchtest [oder gar alle]. Oder nutze unsere Druckversion als PDF bzw. DOC. Alle Sachverhalte auf dieser Seite befinden sich auf dem Niveau der Sekundarstufe I.

eqiooki.deKontaktInspektorImpressumMendelsche Regeln
 
 
  
A B C D     
Seite nach oben scrollen