Alkohole.

Sicher ist Dir der Alkohol bekannt, den man trinken kann [mit allen negativen Folgen] oder als Lösungsmittel und Treibstoffzusatz benutzt. Das ist Ethanol. Neben diesem Alkanol gibt es noch viele andere Alkohole. Auf dieser Seite kleine Steckbriefe einiger dieser Stoffe.
Alkanole - Alkohole
  • Alkohole → organische Stoffe mit mindestens einer Hydroxylgruppe —OH [oder auch mehreren] als funktioneller Gruppe im Molekül
  • Alkanole → organische Stoffe mit einer Hydroxylgruppe —OH als funktioneller Gruppe im Molekül [Namensendung -ol für eine OH-Gruppe im Molekül]
  • Hydroxylgruppe funktionelle Gruppe aller Alkohole bestehend aus einem Sauerstoff- und einem Wasserstoffatom, die im Bindungswinkel von 109° mit dem Rest [R] des Moleküls verbunden sind [zum Vergrößern Grafiken anklicken]
  • Hydroxylgruppe und Hydrophilie → funktionelle Gruppe bedingt Hydrophilie [Wasserfreundlichkeit, -löslichkeit]; hydrophile Wirkung nimmt aber mit zunehmender Kettenlänge des Alkylrests R ab
  • primäre Alkohole → das C-Atom mit der Hydroxylgruppe trägt noch 2 Wasserstoffatome [z.B. 1-Propanol] bzw. 3 Wasserstoffatome [nur Methanol]
  • sekundäre Alkohole → das C-Atom mit der Hydroxylgruppe trägt noch 1 Wasserstoffatom [z.B. 2-Propanol]
  • tertiäre Alkohole → das C-Atom mit der Hydroxylgruppe trägt kein Wasserstoffatom [z.B. 2,2-Propandiol]
  • einwertiger Alkohol Alkohol mit einer Hydroxylgruppe im Molekül [z.B. 1-Propanol]
  • mehrwertiger Alkohol Alkohol mit mehreren Hydroxylgruppen im Molekül [z.B. 1,2,3-Propantriol]
Methanol
  • andere Namen für Methanol → Methylalkohol [nicht mehr erlaubt], Holzgeist
  • natürliche Vorkommen → in geringen Spuren in der Atmosphäre [meist von Pflanzen abgegeben]
  • wichtige Eigenschaften → farblose, charakteristisch riechende und leicht bewegliche Flüssigkeit; gut wasserlöslich; löst viele Mineralsalze; lässt Eiweiße gerinnen; leicht entzündlich und schnell brennbar; Siedetemperatur 65°C; stark giftig und Krebs erregend
  • vollständige Verbrennung → in exothermer Reaktion entstehen aus Methanol und Sauerstoff die Produkte Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf
    CH4O + 2 O2 CO2 + 2 H2O ; ΔH = -n kJ/mol
  • Strukturformel → siehe rechts; zur Übersichtlichkeit ist der Bindungswinkel in der Hydroxylgruppe mit 90° (statt real mit 109°) angegeben [zum Vergrößern Grafiken anklicken]
  • Beschreibung → einfachster Alkohol; kettenförmige Moleküle mit einem Kohlenstoffatom und ausschließlich Einfachbindungen; eine Hydroxylgruppe
  • verkürzte [vereinfachte] Strukturformel [Halbstrukturformel] CH3OH
  • Summenformel → CH4O
  • Verwendung → Treibstoff bzw. -zusatz oder in bestimmten Brennstoffzellen [Energielieferant], Rohstoff zur Herstellung von Formaldehyd, technischer Ethansäure, Kunststoffen [z.B. Phenoplaste], Klebstoffen und Kunstharzen [für Automobil-, Bau- und Holzindustrie], außerdem als Lösungsmittel, Reiniger für Digitalkameras, Hilfsstoff bei der Herstellung von Polystyrol und synthetischem Kautschuk
  • Technische Methanolsynthese → Reaktion anorganischer Grundstoffe [Kohlenstoffmonooxid und Wasserstoff im Verhältnis 1:2] zu einem organischen Stoff [Methanol]
    CO + 2 H2 CH3OH ; ΔH = -90,8 kJ/mol
    es gibt verschiedene Verfahren, die meist mit Druck und stets mit Katalysatoren ablaufen [Arbeitstemperatur meist um oder über 300°C]
  • physiologische Wirkung → schon geringe Mengen führen zur Erblindung, in kleiner Dosis bereits tödlich giftig [Gefahren bei selbst gebranntem oder gepanschtem Alkohol; immer wieder Ursache von Vergiftungen hier und anderswo]; lebensbedrohlich bereits bei Mengen von über 1 g pro kg Körpermasse, aber auch darunter schon gefährlich
Ethanol [Ethylalkohol]
  • andere Namen für Ethanol → Ethylalkohol, Weingeist, Spiritus [vergällter Ethylalkohol], Alkohol
  • natürliche Vorkommen → in reifen [zuckerhaltigen] Früchten als Produkt alkoholischer Gärung
  • Geschichte → berauschende Wirkung von Alkohol wurde schon vor mehr als 6000 Jahren in alten ägyptischen Schriftrollen beschrieben
  • wichtige Eigenschaften → farblose, charakteristisch riechende und leicht bewegliche Flüssigkeit; gut wasserlöslich; gut mit anderen Stoffen mit Dipoleigenschaften mischbar; lässt Eiweiße gerinnen [vergleiche auch Zerstörung von Nervenzellen bei übermäßigem Alkoholgenuss]; löst z.T. auch Fette und Pflanzenauszüge; leicht brennbar; Siedetemperatur 78°C
  • vollständige Verbrennung → in exothermer Reaktion entstehen aus Ethanol und Sauerstoff die Reaktionsprodukte Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf
    C2H6O + 3 O2 2 CO2 + 3 H2O ; ΔH = -29,6 kJ/mol
  • Strukturformel → siehe rechts; zur Übersichtlichkeit ist der Bindungswinkel in der Hydroxylgruppe mit 90° (statt real mit 109°) angegeben [zum Vergrößern Bild anklicken]
  • Beschreibung → kettenförmige Moleküle mit zwei Kohlenstoffatomen und ausschließlich Einfachbindungen; eine Hydroxylgruppe [endständig]; Dipolmoleküle [Hydroxylgruppe hydrophil, Alkylrest lipophil]
  • verkürzte [vereinfachte] Strukturformel → CH3—CH2—OH
  • meist statt Summenformel benutzt [Halbstrukturformel] C2H5OH
  • Summenformel → C2H6O
  • Verwendung und Bedeutung → Lösungsmittel [z.B. für Kosmetika, Arzneimittel, Farben, Farbstoffe, Öle, Fette usw.], alkoholische Getränke [Wein, Bier, Likör, Branntwein etc.], Bestandteil von Desinfektionsmitteln, als Konservierungsmittel, in Reinigungsmitteln, in Alkohol-Thermometern, Brennspiritus, als Bio-Treibstoff bzw. Treibstoffzusatz [z.B. 10% im Super E10], Herstellung von Duftstoffen, Aromen, Farbstoffen, Medikamenten; Mischen von Pflanzenauszügen oder Farbstoffen mit Ethanol [Tinkturen] u.v.a.
  • Herstellung aus Ethen → zur Erzeugung von technischem Ethanol [nicht für Genussmittel geeignet] auf Erdgas- bzw- Erdölbasis durch Addition von Wasser
    CH2=CH2 + 2 H2O C2H5OH ; ΔH = -a kJ/mol
    (unter Druck sowie mit Katalysator und 300°C Arbeitstemperatur)
  • Herstellung durch alkoholische Gärung → zur Erzeugung von Bio-Alkohol aus Traubenzucker o.a. Kohlenhydraten [mehr]
    C6H12O6 2 C2H5OH + 2 CO2 ; ΔH = -b kJ/mol
    (durch Enzyme von Hefepilzen, z.B. Bier-, Wein- und Bäckerhefe)
    Bei einem Ethanolgehalt von 15% sterben aber die Hefepilze ab, so dass höherprozentiger Alkohol durch anschließendes Destillieren erzeugt wird.
  • physiologische Wirkung → zerstört Eiweiße und damit Zellen, besonders im Gehirn infolge guter Durchblutung; zudem Leber- u.a. Organschäden [mehr]
  • vergällter Alkohol → Ethanol unterliegt in Deutschland der Branntweinsteuer; betrifft alkoholische Getränke; für technische Zwecke wird er vergällt [und somit ungenießbar gemacht], d.h. mit geringen Mengen anderen Substanzen versetzt [z.B. Methylethylketon, Cyclohexan, im Brennspiritus Denatoniumbenzoat]
  • Jahresproduktion → jährlich werden weltweit über 36,5 Milliarden Liter Ethanol erzeugt, zu 90% in den USA und Brasilien; Deutschland produziert etwa 400 Millionen Liter pro Jahr
1-Propanol und 2-Propanol
  • andere Namen für 1-Propanol → n-Propanol ["Normal-Propanol"], Propylalkohol, Propan-1-ol
  • andere Namen für 2-Propanol → i-Propanol ["Iso-Propanol"], Isopropanol, Isopropylalkohol, Propan-2-ol
  • wichtige Eigenschaften → 1-Propanol und 2-Propanol sind verschiedene Stoffe, die sich in physikalischen Eigenschaften unterscheiden [z.B. Dichte, Siede- und Schmelztemperatur], z.B. TSiede(1-Propanol)=97°C, TSiede(2-Propanol)=82°C; beide sind farblose, süßlich-stechend riechende Flüssigkeiten [dünnflüssig], die relativ leicht brennen; begrenzt wasserlöslich; 2-Propanol ist leichter flüchtig
  • Strukturformel → siehe rechts; zur Übersichtlichkeit ist der Bindungswinkel in der Hydroxylgruppe mit 90° (statt real mit 109°) angegeben [zum Vergrößern Formeln anklicken]
1-Propanol
2-Propanol
  • Beschreibung → kettenförmige Moleküle mit drei Kohlenstoffatomen und ausschließlich Einfachbindungen; eine Hydroxylgruppe [endständig] bei 1-Propanol bzw. am zweiten C-Atom bei 2-Propanol
    1-Propanol ist ein primärer, 2-Propanol ein sekundärer Alkohol
  • verkürzte [vereinfachte] Strukturformel 1-Propanol → CH3—CH2—CH2OH
  • verkürzte [vereinfachte] Strukturformel 2-Propanol → CH3—CHOH—CH3
  • meist benutzte Halbstrukturformel für 1-Propanol und 2-Propanol C3H7OH
  • Summenformel für 1-Propanol und 2-Propanol C3H8O
  • Verwendung von 1-Propanol → als Lösungsmittel, Desinfektions- und Reinigungsmittel; Herstellung von Insektiziden, Herbiziden und Medikamenten
  • Verwendung von 2-Propanol → Lösungs-, Desinfektions- und Reinigungsmittel [z.B. für Tonköpfe], Extraktion und Reinigung von Naturprodukten; Fettlöser; in Türschloss- und Autoscheibenenteisern; Zusatz zu Frostschutzmitteln für Kühlwasser und Scheibenwaschanlage; bei der Lackaufbereitung von Fahrzeugen; in der Arzneimittel- und Kosmetikindustrie, u.v.a.
  • Propanol und Gesundheit → Dämpfe von 1-Propanol reizen Augen, Haut und Schleimhäute besonders stark [auch Schäden möglich]; daher wird für Reinigungszwecke besser 2-Propanol eingesetzt, das nicht ganz so reizend ist
1,2-Ethandiol [Ethylenglykol]
  • andere Namen → Ethylenglykol, Glycol, Glykol, Ethan-1,2-diol
  • wichtige Eigenschaften → farblose Flüssigkeit, leicht dickflüssig; brennbar [aber erst bei 110°C entflammbar], ab 165°C zersetzlich; wasserlöslich; hygroskopisch
  • Strukturformel → siehe rechts; zur Übersichtlichkeit ist der Bindungswinkel in den Hydroxylgruppen mit 90° (statt real mit 109°) angegeben [zum Vergrößern Formel anklicken]
  • Beschreibung → kettenförmige Moleküle mit zwei Kohlenstoffatomen und ausschließlich Einfachbindungen; an beiden C-Atomen jeweils eine Hydroxylgruppe [Endung -diol für 2 Hydroxylgruppen im Molekül]
  • verkürzte [vereinfachte] Strukturformel → CH2OH—CH2OH
  • manchmal statt Summenformel benutzt → (CH2OH)2
  • Summenformel → C2H6O2
  • Verwendung von Glykol → Herstellung von Kunststoffen bzw. Kunstharzen wie Polyestern, Polyethylenterephthalat [PET]; zur Entfernung von Wasser aus Gasen; im Gemisch mit Wasser als Wärmeübertragungsflüssigkeit; als Frostschutzmittel in Kühlsystemen z.B. von Kraftfahrzeugen
  • Ethandiol und Gesundheit → gesundheitsschädlich; reizt Schleimhäute und vor allem die Augen; hohe Mengen schädigen Nervengewebe, es kommt zu Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen und Nierenschädigungen; etwa 110 mL sind tödlich
    dennoch wird es meist statt dem besser wirkenden und ungiftigen 1,2,3-Propantriol [Glycerin] als Frostschutz in Kühlsystemen eingesetzt, da es billiger in der Herstellung ist
1,2,3-Propantriol [Glycerin]
  • andere Namen → Propan-1,2,3-triol, Glyzerin, Glycerin, Glycerol [Name ist eine Ableitung von griech. glykys für süß]
  • Geschichtliches → 1779 von Carl Wilhelm Scheele erstmals aus Olivenöl gewonnen
  • natürliche Vorkommen → Grundbaustein aller Fette [dabei ist je ein Glycerin-Molekül mit 3 gleichen oder verschiedenen Fettsäuremolekülen verestert - Produkte sind ein Fett- und drei Wassermoleküle] [mehr zu Fetten] [mehr zu Veresterung]
  • wichtige Eigenschaften → farblose, geruchlose viskose [dickflüssige] Flüssigkeit; gut wasserlöslich; mit Ethanol mischbar; hygroskopisch; süßlich schmeckend
  • Strukturformel → siehe rechts; zur Übersichtlichkeit ist der Bindungswinkel in den Hydroxylgruppen mit 90° (statt real mit 109°) angegeben [zum Vergrößern Formel anklicken]
  • Beschreibung → kettenförmige Moleküle mit drei Kohlenstoffatomen und ausschließlich Einfachbindungen; an allen C-Atomen jeweils eine Hydroxylgruppe [Endung -triol für 3 Hydroxylgruppen im Molekül]
  • verkürzte [vereinfachte] Strukturformel z.B. CH2OH—CHOH—CH2OH
    manchmal schreibt man die Hydroxylgruppen durch Einfachbindungen getrennt nach unten wie bei der Strukturformel
  • Summenformel → C3H8O3
  • Verwendung → als Wasserbinder in Cremes und Salben [feuchtigkeitsspendend]; Lebensmittelzusatz zur Feuchthaltung von Zigaretten-Tabak, Datteln und Kaugummi; als Süßungsmittel; als Frostschutzmittel [aus Erdöl gewonnenes Ethandiol ist billiger als das Naturprodukt Propantriol und wird so leider noch viel öfter als Frostschutz eingesetzt]; Schmierstoff, Weichmacher; zur Herstellung von Kunststoffen, Zahnpasta, Farbstoffen, Mikro-Chips; zur Produktion des Explosivstoffes Nitroglycerin [Hauptbestandteil des Dynamits] durch Veresterung mit Salpetersäure; als Nährmedium in Biogasanlagen; als Futtermittel[-zusatz]; in der Arzneimittelindustrie u.v.a.
  • Gewinnung → kann auf Erdölbasis aus Propen gewonnen werden oder auf biologischer Basis durch Hydrolyse von Fetten [mehr zu Veresterung], meist fällt es als Nebenprodukt bei der Seifen-Herstellung aus tierischen Fetten oder pflanzlichen Ölen an
1,2,3,4,5,6-Hexanhexol [Sorbit]
  • andere Namen → Sorbit; Sorbitol; 1,2,3,4,5,6-Hexanhexaol; Hexan-1,2,3,4,5,6-hexol; Hexanhexol
  • natürliche Vorkommen → in allen Kernobstsorten [Birnen, Äpfel, Pflaumen etc.], besonders viel in Vogelbeeren [Früchte der Eberesche; bis zu 12%]
  • wichtige Eigenschaften → weißer Feststoff, hygroskopisch, wasserlöslich, süß schmeckend
  • Strukturformel → siehe rechts; zur Übersichtlichkeit ist der Bindungswinkel in den Hydroxylgruppen mit 90° (statt real mit 109°) angegeben [zum Vergrößern Formel anklicken]
  • Beschreibung → kettenförmige Moleküle mit sechs Kohlenstoffatomen und ausschließlich Einfachbindungen; an allen C-Atomen jeweils eine Hydroxylgruppe [Endung -hexol für 6 Hydroxylgruppen im Molekül]
  • verkürzte [vereinfachte] Strukturformel z.B.
    CH2OH—CHOH—CHOH—CHOH—CHOH—CH2OH
    oder
    CH2OH—(CHOH)4—CH2OH
    manchmal schreibt man die Hydroxylgruppen durch Einfachbindungen getrennt nach unten wie bei der Strukturformel
  • Summenformel → C6H14O6
  • Verwendung → als Süßungsmittel [hat weniger Kalorien als Zucker und für den Abbau wird kein Insulin benötigt - also gut für Diabetiker geeignet; Süßkraft ist aber nur etwa halb so hoch wie bei Zucker] bzw. Zuckeraustauschstoff; als Feuchthaltemittel z.B. in Toast, Senf, Majonäse oder Ketchup, Zahncreme, Salben, Kosmetika; Zwischenprodukt bei der Herstellung von Ascorbinsäure [Vitamin C]
  • Verträglichkeit von Sorbit → es gibt Menschen, die Sorbit-Zuckeraustauschstoff nicht vertragen; und bei allen Menschen kann übermäßiger Genuss Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen hervorrufen; verursacht kaum Karies
  • industrielle Herstellung → aus Glucose [Traubenzucker], die aus Mais- oder Weizenstärke erzeugt wird
Homologe Reihe der Alkanole
  • Begriff homologe Reihe → Anordnung chemisch ähnlicher organischer Stoffe nach steigender molarer Masse [steigender Anzahl der C-Atome]; Differenz zweier benachbarter Glieder beträgt 1 Kohlenstoff- und 2 Wasserstoffatome ["Differenz CH2"]
    z.B. homologe Reihe der Alkane, der Alkene, der Alkanole oder der Alkansäuren
  • homologe Reihe der Alkanole → chemisch ähnlich: organische Stoffe [bestehend aus den Elementen C, H und O] mit einer endständigen Hydroxylgruppe im Molekül, Differenz zweier benachbarter Glieder "CH2"
    CH3OH, C2H5OH, C3H7OH, C4H9OH, C5H11OH usw.
  • chemische Eigenschaften der Stoffe einer homologen Reihe sind gleich oder ähnlich [Grund: gleiche/ähnliche Strukturmerkmale];
    Beispiele: alle Alkanole verbrennen vollständig zu Kohlenstoffdioxid und Wasser; alle Alkanole reagieren mit Natrium [o.a. Alkalimetallen] zu Natriumethanolat [mehr]
  • physikalische Eigenschaften → mit zunehmender Kettenlänge ändern sich die zwischenmolekularen Anziehungskräfte [van-der-Waal-Bindungen bzw. -kräfte]; so steigen mit zunehmender Anzahl der C-Atome die Dichte, die Siede- und Schmelztemperatur, die Entzündungstemperatur; mit steigender Kettenlänge nehmen die Reaktionsgeschwindigkeit bei der Reaktion mit Natrium ab
Einige Reaktionen der Alkohole
  • Veresterung → chemische Reaktion von einer Säure mit einem Alkohol [Substitution; exotherm]; aus der OH-Gruppe in der Carboxylgruppe der Säure und dem Wasserstoffatom der Hydroxylgruppe des Alkohols entsteht dabei Wasser und der Rest des Alkohols verbindet sich über das verbliebene Sauerstoffatom mit dem Rest des Säuremoleküls [dabei ist ein Katalysator nötig, z.B. Schwefelsäure oder Salzsäure]
  • Veresterung → Beispiel: Veresterung von Ethansäure mit Ethanol ...
    Ethansäure + Ethanol → Ethansäureethylester [Ethylacetat] + Wasser ; exotherm
    CH3COOH + C2H5OH CH3COOC2H5 + H2O ; ΔH = -n kJ/mol
  • Verseifung → Rückreaktion der Veresterung [endotherm]
  • Reaktionsart → Veresterung und Verseifung sind umkehrbare Substitutionsreaktionen
  • Hinweis → zu den Estern gehören u.a. viele Fruchtaromastoffe, alle Wachse und Fette, aber auch Nitroglycerin
  • Bildung von Alkanalen → im Labor durch Redoxreaktion primärer Alkohole mit Kupferoxid; Beispiel ...
    Ethanol + Kupfer(II)-oxid → Ethanal + Kupfer ; exotherm
    C2H5OH + CuOCH3CHO + Cu
    Alkanale lassen sich dann noch weiter zu Alkansäuren oxidieren!
  • Bildung von Ketonen → bei der Dehydrierung von sekundären Alkoholen erhält man Ketone; Beispiel ...
    2-Propanol → Propanon [Aceton] + Wasserstoff ; endotherm
    CH3—CHOH—CH3CH3—CO—CH3 + H2
  • Reaktion von Alkanolen mit Alkalimetallen → Alkanole reagieren mit Alkalimetallen, z.B. Lithium, Natrium oder Kalium; z.B.:
    Ethanol + Natrium → Natriumethanolat [Natriumethylat] + Wasserstoff ; exotherm
    2 C2H5OH + 2 Na2 C2H5ONa + H2
Alkoholische Gärung
  • chemische Reaktion → mit Hilfe der Enzyme von Hefepilzen [die als Bio-Katalysatoren wirken] werden Kohlenhydrate [insbesondere Traubenzucker] in Ethanol und Kohlenstoffdioxid umgewandelt
    Glucose [Traubenzucker] → Ethanol + Kohlenstoffdioxid ; exotherm (vereinfachte Gesamtreaktion)
    C6H12O6 2 C2H5OH + 2 CO2 ; ΔH = -b kJ/mol
    (durch Enzyme von Hefepilzen, z.B. Bier-, Wein- und Bäckerhefe)
    Bei einem Ethanol-Gehalt von ca. 15% sterben aber die Hefepilze ab, so dass höherprozentiger Alkohol [z.B. Branntwein, Whiskey] durch anschließendes Destillieren erzeugt wird. Der abdestillierte Alkohol wird dann je nach Spirituose weniger oder länger in Holzfässern gelagert, wodurch Farbe und Aroma beeinflusst werden.
  • Bedeutung → durch alkoholische Gärung erzeugt man alkoholische Getränke [Bier, Wein], Bio-Alkohol für Kosmetika und Haushaltsreiniger, vielseitig einsetzbares Lösungsmittel, "Bio-Treibstoff" oder Treibstoffzusatz zum Benzin [z.B. 5% im Super und 10% in E10] u.a.
  • Contra "Bio"-Sprit → Die Gewinnung von "Bio"-Kraftstoff erfolgt oft auf der Basis von Mais oder Getreide, angesichts der Tatsache, dass viele Menschen auf der Erde hungern. Zudem wird für die Ackerflächen der Biosprit-Pflanzen Regenwald abgeholzt. Daher ist die Nutzung dieser Kraftstoffe nicht wirklich "Bio" und sehr zu hinterfragen. Zudem entsteht auch bei der Verbrennung von Ethanol das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid - somit ist dies keine Lösung für das Problem Klimawandel.
Alkohol [Ethanol] und Gesundheit
  • Wirkung von Ethanol auf unseren Organismus → vor allem ...
    • Eiweißgerinnung [Zelltod – schädigt Zentralnervensystem]
    • Leber- u.a. Organschäden
    • Gefahren des Alkoholmissbrauchs [physische oder/und psychische Folgen; soziale Folgen wie Familienprobleme, Arbeitslosigkeit; Straßenverkehr, Arbeitsunfälle usw.]
    • man hat nachgewiesen, dass ein kleines Gläschen Rotwein täglich positiv auf unsere Gesundheit wirkt, insbesondere Herz und Kreislauf [größere Mengen sind aber schädlich] - allerdings sterben auch hier einige Nervenzellen ab und die Leber muss mehr leisten
  • Stadien des Alkoholwirkung ↓ [abhängig von Alter, Geschlecht, Körpergewicht etc.]
    Promille Wirkung von Ethanol
    0,3‰ Redseeligkeit, Selbstzufriedenheit, Wärmegefühl
    0,4‰ Störungen von Hirnströmen
    0,8‰ Versagen des Koordinationsvermögens
    1‰ Rauschzustand, Enthemmung, Bewegungsstörungen
    1,5‰ Verlust der Selbstkontrolle, Versagen der Pupillenadaptation
    2‰ Orientierungslosigkeit, Angstzustände
    3‰ Erinnerungslücken, Herz-Kreislauf-Störungen
    4‰ Narkose, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand
  • Blutalkoholgehalt → 1 Liter Bier bewirkt beim Mann [60 kg schwer] nach 30 – 40 min einen Blutalkoholgehalt von 1‰, bei der Frau etwas weniger Bier
  • 1‰ bedeutet → 1 mL reines Ethanol in 1000 mL [einem Liter] Blut
  • Alkoholgehalt [Volumenanteil in Vol%] einiger Getränke ↓ [durchschnittlich]
    Getränk Vol% Ethanol
    ca.
    Volumen des Getränks pro Glas Ethanol in
    einem Glas
    kleines Bier 4,5 0,33 L 16,5 mL (11,9 g)
    großes Bier 4,5 0,5 L 20 mL (16 g)
    Apfelwein 5 0,25 L 12,5 mL (10 g)
    Wein 10-12 0,1 L 11,25 mL (9 g)
    Eierlikör 30 0,02 L (2 cL) 6 mL (5 g)
    Whisky 42 0,02 L (2 cL) 9 mL (7 g)
  • Alkoholgehalt berechnen → Alkoholgehalt in g = [Menge in mL · Vol% · 0,8] : 100
  • Alkoholabbau → in einer Stunde werden nur 0,1—0,2 ‰ abgebaut [der Abbau eines kleinen Biers dauert 2-3 Stunden, abhängig von Geschlecht, Körpergewicht etc.]
  • Blutalkoholspiegel in Promille → ‰ Alkohol = Alkoholmenge : Körperflüssigkeitsanteil ; wobei ...
    Körperflüssigkeitsanteil Mann = Körpergewicht · 0,7
    Körperflüssigkeitsanteil Frau = Körpergewicht · 0,6

    Beispiel: Ein Mann mit 80 kg Körpergewicht hat nach Genuss einer Flasche Bier [0,5 L] rund 0,36 Blutalkohol, eine Frau mit 55 kg Gewicht bereits 0,6, wobei der Alkohol erst nach 30-45 min komplett ins Blut aufgenommen ist.
  • Promillegrenze im Straßenverkehr → 0,5 [allerdings wird man bei Unfällen auch darunter wegen Alkoholgenuss bestraft]; in vielen Ländern gilt die 0-Promille-Regelung wie früher in der DDR; siehe auch hier
  • tödliche Ethanol-Dosis für ein Kleinkind 7–17 g reiner Alkohol [etwa 1 Glas Wein]
  • traurige Rekorde → in Europa liegt der Pro-Kopf-Konsum bei etwa 16 Litern Reinalkohol pro Jahr; in Deutschland trinkt man pro Kopf jährlich 137 Liter alkoholische Getränke [davon 107 Liter Bier und 20 Liter Wein, 5,4 Liter Spirituosen]
  • Tipp → Wir empfehlen das Internetangebot kenn-dein-limit.info.
Alkohol als Treibstoffzusatz, Contra
  • Contra "Bio"-Sprit→ Die Gewinnung von "Bio"-Kraftstoff erfolgt oft auf der Basis von Nutzpflanzen Mais oder Getreide, angesichts der Tatsache, das viele Menschen auf der Erde hungern. Zudem wird für die Ackerflächen der Biosprit-Pflanzen Regenwald abgeholzt. Daher ist die Nutzung dieser Kraftstoffe nicht wirklich "Bio" und sehr zu hinterfragen. Zudem entsteht auch bei der Verbrennung von Ethanol das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid - somit ist dies keine Lösung für das Problem Klimawandel. Auch hierzulande bauen Landwirte Mais für die Erzeugung von "Biodiesel" oder "Biokraftstoff" an. Monokulturen laugen die Böden aus und begünstigen das Aussterben von Arten. Im Gegenzug werden viele Lebensmittel die wir hier benötigen, aus anderen Ländern importiert [Transporte produzieren weitere Klima-Killer-Gase]. All dies trägt zur Zerstörung der Umwelt bei.
Einige Fachbegriffe dieser Seite
  • funktionelle Gruppe → Atomgruppe in organischen Molekülen, die die Stoffeigenschaften wesentlich bestimmt [z.B. Hydroxylgruppe bei Alkoholen oder Carboxylgruppe bei Carbonsäuren]
  • Reaktionswärme exotherm [Abgabe von Wärmeenergie] ΔH = -n kJ/mol [bzw. Q = -n kJ/mol]; endotherm [Aufnahme von Wärmeenergie] ΔH = +n kJ/mol [bzw. Q = +n kJ/mol]; oft auch mit Q statt ΔH angegeben (Q für Wärmemenge); Schreibweise der Einheit kJ/mol auch als kJ · mol-1 möglich; n o.a. Buchstabe als Variable für beliebige Zahlenangabe
    Bei umkehrbaren Reaktionen gilt die Angabe für die Hinreaktion [für die Rückreaktion dann das Gegenteil]!
  • umkehrbare Reaktion → Einstellung eines chemischen Gleichgewichts zwischen Hin- und Rückreaktion; gekennzeichnet mit einem Doppelpfeil [mehr]
  • Vol% → Volumenprozent [Volumenanteil einer gelösten Flüssigkeit am Gesamtvolumen]
  • hygroskopisch → wasseranziehende Wirkung
  • hydrophil → wasserfreundlich
  • hydrophob → wasserfeindlich
  • lipophil → fettfreundlich
  • Isomere → Stoffe mit gleicher Summenformel, aber unterschiedlicher Struktur [z.B. 2-Propanol ist Isomer des 1-Propanols]; die Erscheinung nennt man Isomerie
  • Herbizide → Unkrautbekämpfungsmittel
  • Insektizide → Schädlingsbekämpfungsmittel
  • Ester → Reaktionsprodukt der Reaktion eines Säure mit einem Alkohol
  • Substitution → organisch-chemische Reaktionsart, bei der zwischen den Teilchen der Ausgangsstoffe Atome oder Atomgruppen ausgetauscht werden
  • Kondensation → [im chemischen Sinne] Substitution, bei der einfach gebaute anorganische Moleküle [z.B. Wasser] als Nebenprodukt entstehen
  • Veresterung → Kondensation [Substitution], bei der aus Alkohol und Säure ein Ester und Wasser entstehen
  • Hydrolyse → Substitution, bei der ein organischer Stoff mit Wasser reagiert
  • Verseifung → Hydrolyse eines Esters, wobei Säure und Alkohol entstehen
  • Addition → organisch-chemische Reaktionsart, bei Atome oder Atomgruppen an Mehrfachbindungen angelagert werden [die dadurch aufgespalten werden]
  • Hydrierung → Addition von Wasserstoff
  • Eliminierung → organisch-chemische Reaktionsart, bei Atome oder Atomgruppen abgespalten werden [mindestens ein Reaktionsprodukt hat dadurch Mehrfachbindungen]
  • Dehydrierung → Eliminierung von Wasserstoff
Quellenangaben
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